Weltladentag 2017

Thema des Monats Mai

In der diesjährigen Kampagne "Visionen des Fairen Handels zur Bundestagswahl 2017" formuliert das Forum Fairer Handel gemeinsam mit dem Weltladen-Dachverband politische Forderungen an die zukünftige Bundesregierung. Wir fordern die Bundesregierung auf, neun konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um unsere Zukunftsvisionen "Faire Arbeitsbedingungen weltweit", "Eine bäuerliche Landwirtschaft, die alle Menschen ernährt" sowie "ein Menschenwürdiger Umgang mit allen" zu verwirklichen.

Zum Weltladentag am 13. Mai werden über 400 Weltläden und Weltgruppen bundesweit Aktionen zur Kampagne durchführen. Mit verschiedenen Straßenaktionen in Fußgängerzonen und auf Marktplätzen in ganz Deutschland sollen Passant/innen auf unsere Visionen und die dazugehörigen politischen Forderungen aufmerksam gemacht werden. 

Konkret geht es um folgende Visionen und Forderungen:

 

Faire Arbeitsbedingungen weltweit:

Alle Menschen können weltweit in Würde arbeiten und sich dadurch einen guten Lebensstandard leisten.

 

Eine bäuerliche Landwirtschaft, die alle Menschen ernährt:

Die Landwirtschaft kann uns alle nachhaltig und ökologisch ernähren und ermöglicht den Bäuerinnen und Bauern weltweit ein gutes Auskommen.

 

Menschenwürdiger Umgang mit allen:

Wir sind eine weltoffene, solidarische Gesellschaft, die lebenswerte Perspektiven für Schutzsuchende bietet und in der Rassismus und Diskriminierung keinen Platz haben.

 

Folgende Maßnahmen bringen uns der Verwirklichung dieser Visionen einen großen Schritt näher:

1. Arbeits- und Menschenrechte weltweit schützen

  • Eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für deutsche Unternehmen entlang ihrer gesamten Lieferkette muss per Gesetz festgeschrieben werden.
  • Bei Verletzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht muss Betroffenen aus dem Ausland ermöglicht werden, deutsche Unternehmen vor deutschen Gerichten zu verklagen.

2. Fairer Handel statt Freihandel

  • Die Europäische Union soll die bilateralen Handelsabkommen mit den afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten so schnell wie möglich rückgängig machen.
  • Wir fordern ein demokratisches und transparentes Welthandelssystem, das internationale Menschen-und Umweltrechtsabkommen über Handelsverträge stellt und sozial-ökologische Standards festschreibt.

3. Faire Beschaffung zum Standard machen

  • Soziale und ökologische Kriterien müssen im Vergabegesetz als verbindliche Standards für die Einkaufspraxis von Bund, Ländern und Kommunen festgeschrieben werden.
  • Bei der öffentlichen Beschaffung müssen ausschließlich konkrete, unabhängige Nachweise als Belege zur Einhaltung sozialer und ökologischer Kriterien gelten.

4. Entwicklungspolitik muss Kleinbäuer/innen fördern

  • Die Entwicklungszusammenarbeit muss Bauernorganisationen, Genossenschaften und Landarbeitergewerkschaften stärken und die lokale Weiterverarbeitung sowie den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten fördern.
  • Kleinbäuer/innen und ihre Organisationen müssen bei der Entwicklung von Landwirtschaftspolitik und -projekten der Entwicklungszusammenarbeit stärker beteiligt werden.
  • Im Dialog und bei der Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen Akteuren sollte die deutsche Entwicklungszusammenarbeit insbesondere den Fairen Handel als Best Practice-Ansatz des nachhaltigen Wirtschaftens unterstützen.

5. Eine Agrarpolitik, die eine bäuerliche, ökologische Landwirtschaft fördert

  • Die EU-Agrarpolitik muss neu ausgerichtet werden. Die pauschalen Flächenzahlungen müssen abgeschafft werden. Es braucht ein neues Berechnungs-und Anreizsystem, das landwirtschaftliche Leistungen für die Umwelt und die Gesellschaft honoriert.